Unsere Stimme als Eckpfeiler unseres beruflichen Erfolges

Dass unsere äußere Erscheinung ganz wesentlich zu unserer beruflichen Karriere beiträgt, das ist eine (ur)alte Weisheit, die viele Menschen mehr oder weniger erfolgreich beherzigen. Das betrifft unsere Bekleidung und die Frisur ungefähr gleichermaßen. Außer Konkurrenz dagegen klingt unsere Stimme, denn es gibt wohlgekleidete Menschen mit Piepsstimme, die auf der Karriereleiter nicht weiterkommen, und hoch angesehene Erfolgsmenschen, die sich weniger durch einen stylishen Nadelstreifenanzug als durch eine sonore, angenehm männliche Stimmlage, der Frauen wie Männer gern zuhören, auszeichnen. Statistiken, die aus groß angelegten Befragungen abgeleitet wurden, weisen aus, dass der Inhalt unserer Worte nur zu sieben Prozent ein Auditorium überzeugt, aber 55 Prozent wiegt die visuelle Erscheinung des Redners und zu 38 Prozent ist es die Stimme, die die Zuhörer in Bann zieht.

Warum beeinflusst unsere Stimme so sehr unsere Karriere?

Gerade in Mitteleuropa vollzieht sich schon seit vielen Jahren hinsichtlich der Verteilung der Stimmen ein echter Kulturwandel. Die Frequenzen der weiblichen Stimmen haben sich im Durchschnitt um eine kleine Terz, das sind drei Halbtöne, vertieft. Einige Soziologen interpretieren dies als eine unvermeidbare Folge der Emanzipation. Manche Forscher gehen sogar noch weiter und verweisen darauf, dass sich die Stimmlage der Norwegerinnen deshalb so besonders vertieft hat, weil die Emanzipation in ihrem Land am weitesten fortgeschritten ist. Die meisten Frauen ahnen es schon lange: Eine tiefere Stimme macht den Mann nicht nur attraktiv und sexy, sondern sie bringt ihm auch klare Vorteile für seine Karriere ein und das ist heute wissenschaftlich belegt. In mehreren Studien wurden zum Beispiel bessere Wahlchancen bei Politikern mit tieferen Stimmen statistisch nachgewiesen. Die Erklärung des Phänomens zielt darauf ab, dass diese Männer kompetenter, attraktiver, dominanter und vertrauenswürdiger wirken. Dabei ist die Wissenschaft bislang jeden Beweis schuldig geblieben, dass Männer mit tiefer Stimme tatsächlich bessere Führungsqualitäten haben.

Kann jeder seine Stimmlage in eine gewünschte Richtung trainieren?

Unsere Stimme ist wie eine Visitenkarte und in hohem Maße mitentscheidend über den ersten Eindruck, den Kollegen, Arbeitgeber oder Geschäftspartner von uns haben. Alle seriösen berufsvorbereitenden Lehrgänge haben sich dieses eher psychologischen Themas angenommen und trainieren mit den Teilnehmern intensiv, wie man es hinkriegt, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Aber nicht immer wird dabei ausreichend Augenmerk (oder besser Ohrenmerk) auf den Einsatz der Stimme gelegt. Nun sollte sich nicht gleich jeder Tenor krampfhaft und widernatürlich in die Basslage zwingen. Es sind unter anderem die anatomische Dicke und Länge unserer Stimmbänder, die über das Frequenzspektrum unserer Stimme entscheiden. Je größer diese Stränge im Bereich des Kehlkopfes sind, desto kleiner ist ihre (physikalische) Eigenfrequenz und in der Folge ergibt sich eine relativ tiefe Stimmlage. Wer sich noch an die Bauart früherer Lautsprecherboxen erinnern kann, weiß, dass der Basslautsprecher einen deutlich größeren Durchmesser haben musste als der Hochtöner. Grundsätzlich haben Frauen (und Kinder) kürzere Stimmbänder, die deutlich schneller vibrieren können. Auf der anderen Seite ist dem Menschen von Natur aus diesbezüglich viel Dynamik in die Wiege gelegt. Allein durch die Erhöhung der Körperspannung werden viele kleinere Muskelgruppen, die an der Erzeugung von Lauten beteiligt sind, stimuliert. Daher wird der Stimmtrainer auch immer darauf achten, wie sich jemand aufstellt, bevor er zu sprechen beginnt. Mit dem richtigen Stimmen-Coaching kann jeder die folgenden Aspekte beherrschen lernen:

  • Herausfinden der individuell optimalen Sprechlage

  • Entspannte und trotzdem kräftige Sprechweise

  • Klare und deutliche Artikulation

  • Emotionen beherrschen, das heißt, sie gezielt zu unterdrücken oder in die Sprache einfließen zu lassen

  • Aufmerksamkeit auf sich lenken

  • Vertrauen und Verbindlichkeit ausstrahlen

Fazit:

Jeder kann sich tatsächlich mit Einsatzbereitschaft, Konzentration, Entschlossenheit und gezielten Übungen eine tiefere, stärkere Stimme sogar nachhaltig antrainieren. Der vorhergehende Besuch entsprechender Kurse ist in diesem Zusammenhang sehr zu empfehlen. Die Mühe lohnt sich, denn eine für die Mitmenschen angenehme Stimme wirkt sich im Privaten wie im Beruflichen in jeder Hinsicht förderlich aus.

Neuste Einträge
Folgen Sie uns
  • Facebook Classic
  • Twitter Classic
  • Google Classic